Kheops Club – Techno in den Schweizer Alpen im französischem Martini

Die Stadt Martini liegt ca 1,5 Std von Genf entfernt direkt in den Schweizer Alpen und hat mehr einen bezug zu Wein als zu Techno obwohl der Kheops Club früher schon eine Techno Institution war, habe ich mir sagen lassen.

Also ging es mit den Auto direkt nach Martini, kurzes Check-in im Hotel und es ging gleich weiter zu Yanka, dem Veranstalter. Er wohnt locker in über 1000m an einem Hang. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit den Höhenunterschied gemeistert hatten, gab es eine Aussicht, die kenne ich sonst nur von Fotos. Jetzt steh ich auf der Terrasse und bin etwas überwältigt. Das gleiche Bild bot sich mir, als wir direkt im Studio saßen und über die Mixkonsole aus dem Fenster schauten.

Voller Tatendrang setzen wir uns an die Technik. Nebenbei kümmerten sich andere um das leibliche Wohl und der Grill brutzelte schon vor sich hin. Natürlich ergeben sich so nette Gespräche mit den Menschen um einem herum. Nach einigen Stunden war das Premaster vom Track im Kasten. Bei der Aussicht, der total natürlichen Inspiration, könnte der Track fast als 100% biologisch produzierter Techno durchgehen. Das Ergebnis findet Ihr am Ende hier, verlinkt. Urteilt einfach selbst. Spaß hat es in jedem Fall gemacht.

Es gab also genug Zeit sich noch einmal auf’s Ohr zu hauen um später frisch, ausgeruht im Kheops aufzuschlagen. Es ist immer auf seine Weise interessant woanders zu spielen. Das offensichtlichste hier sind die Berge, die einem neben der Sprache zu verstehen geben, Du bist nicht zu Hause. Dann kommen meist noch andere Kleinigkeiten dazu, auf die man sich einstellen muss. Hier ist es so, dass letztlich jede kleine Stadt selbst die Genehmigung für die Dauer solch eines Club Abends festlegen kann. Ich nahm bis jetzt an, das wird vom Kanton großflächig geregelt. So kann man sich irren.

Studio View

Also war mein Closing von 02-04 Uhr eher in der Zeit, wo ich sonst erst im Club aufschlage. Der Club selbst war schon groß für diese kleine Stadt, dachte ich mir so nebenbei. Trotzdem gut gefüllt und Die Turbo Sound Anlage lieferte gewaltig Druck ab. Das Equipment war gut vorbereitet, dann mal los.

Vinyl zuspielen birgt natürlich immer seine Gefahren. Sei es Equipment / PA / Monitoring oder eben ein Publikum, was man nicht einschätzen kann. Also muss man sich etwas ein grooven und die Leute abholen, mit auf die Reise nehmen, die man selbst schon hinter sich hat in diesem Moment.

Die richtige Auswahl der Platten ist immer wichtig, neben dem Können, diese selbst, sehr vielfältig zu spielen vermögen. Nach 1h hatte ich dann alle soweit, mir auf meiner musikalischen Reise blind zu folgen und auch das Sound-System funktionierte richtig gut. Es ließ sich so das Maximum heraus holen, ohne in den “Red LED Brei” zu schlittern, versteht sich.

Der Countdown lief seid der ersten Platte schon, und Punkt 4 Uhr musste die Nadel sich aus der Rille erheben. Doch zuvor gab es als “Closing-Track” ein ordentliches “Brett”, mit kraftvollem analogen Kick, zu schön dreckigen Vocals, die Ihre Wirkung so nicht verfehlten. Die Stimmung war am kochen. So ausgelassen, hätte es gern noch etwas länger gehen können.

Entsprechend ähnlich sahen das alle anwesenden Gäste. Unter diesen Umständen ließen sich noch 120 Sekunden zusätzlich, zum “runterkommen” für alle, mit ordentlichem Bums einfordern. Ich bin mir sicher, jeder genoss Sie auf seine Weise und gereicht haben Sie am Ende keinem. Aber es war der unausweichliche Moment gekommen. Die Nadel verließ das Vinyl und der Morgen ließ sich nicht weiter in den Tag schieben. Eine schöne Party fand ein knallhartes technoides Ende.

Überall strahlende Gesichter und kein Meckern über das Ende der Veranstaltung. Genau das ist’s wofür sich die Sache lohnt, genau diese Momente mit zu kreieren und vor allem mit erleben zu dürfen.

In diesem Sinne, allen Beteiligten im Kheops Club und in Martini … auf bald wieder einmal.

Track creation

Was geht sonst noch?

Ein Wochenende ist vorbei, doch zum Glück steht man schnell im nächsten. Diesen Sa. (20.05.2017) geht es in Berlin ordentlich zur Sache. Deep Down “To the Underground”. Im weißen Hasen, mit einem Lineup, das gern als Definition für den seid Jahren in der Stadt (local) beheimateten Underground der Techno-Gemeinde verstanden werden darf. Sieht fast aus, als würde Tresor einen Betriebsausflug machen. In jedem Fall ein lohnender.

underground flyer

Aber das wird nicht die letzte Location meines Abends sein. Ab 8h gibt es für alle aufgeweckten noch Am Maybachufer in Kreuzberg einen besonderen Nachschlag. Die Jungs von .defaultbox schmeißen schon den ganzen Abend dort eine lockere verlockende Party. In der Stadt ist einfach zu viel los. Also wer Lust hat, ab 8h Am Maybachufer im Bertrams.

Wer sich schon ein wenig auf die Sache einstimmen möchte, hier mein Podcast, zur ausgesuchten Serie auf .defaultbox – mehr dann am Sonntag Morgen im Bertrams.

One Response to Kheops Club – Techno in den Schweizer Alpen im französischem Martini

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